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Interview mit Lely: „Es gibt noch viel zu automatisieren“

Interview mit Lely: „Es gibt noch viel zu automatisieren“ Lely fokussiert sich nach dem Verkauf der Futterernte-Sparte an Agco ganz auf die Hoftechnik. Im Interview äußert sich Firmenchef Alexander van der Lely zu diesem Verkauf und gibt einen Einblick in die künftige Strategie seines Unternehmens.

Alexander van der Lely verantwortet als CEO seit 2004 die Geschicke des Familienunternehmens Lely. (Fotos: S. Ooijens)
Alexander van der Lely verantwortet als CEO seit 2004 die Geschicke des Familienunternehmens Lely. (Fotos: S. Ooijens)
ENGELER: Welche Gründe waren es, die zum Verkauf der Futterernte-Sparte führte?
Alexander van der Lely: Wir haben uns vor einigen Jahren im Rahmen unserer kontinuierlichen Strategieüberprüfungen mit der Frage eines Verkaufs dieser Sparte beschäftigt. Früher waren wir der festen Ansicht, dass es grundsätzlich ja der gleiche Kunde ist, der Melk- und Futtererntetechnik nachfragt und auf seinem Betrieb benötigt. Schaut man aber die Kundenbedürfnisse aus heutiger Sicht an, so stellt man doch Unterschiede fest. Wir gelangten deshalb zur Überzeugung, dass die besten Chancen für Lely in der Technik rund um die Robotik und die weitere Automatisierung auf dem Hof bestehen, und die Futtererntetechnik bei einem größeren Landtechnikhersteller mit Traktorenwerk wohl besser aufgehoben ist. Zudem ist der Zeitpunkt, sich von dieser Sparte zu trennen, jetzt gerade ideal.

Nun setzen Sie auf die automatisierte Hoftechnik, mit der Lely erfolgreich unterwegs ist?
Ja. Mittlerweile können wir bereits auf 25 Jahre Melkroboter-Technik zurückblicken. In diesem Vierteljahrhundert ist unheimlich viel passiert. Der Melkroboter ist heute eine im Markt akzeptierte und bewährte Technik. Dann kamen der Mistschieber Discovery, der Futterschieber Juno und der Fütterungsroboter Vector hinzu.

Alexander van der Lely: „Wir sehen in der weiteren Automatisierung der Milchviehbetriebe noch großes Potenzial.“
Alexander van der Lely: „Wir sehen in der weiteren Automatisierung der Milchviehbetriebe noch großes Potenzial.“
Bauen Sie diese Sparte weiter aus?
Wir sehen in der weiteren Automatisierung der Milchviehbetriebe noch großes Potenzial. Das Tier, genauer gesagt die Kuh, steht dabei im Zentrum. Sie soll in einer für sie möglichst naturnahen Umgebung ihre Leistung erbringen können. So füttert beispielsweise der Vector mehrmals pro Tag, damit die Kuh stets frisches und nicht abgestandenes Futter fressen kann. Wir wollen aber auch, dass der Landwirt mit seinem Betrieb wachsen und sich dabei auf jene Prozesse konzentrieren kann, bei denen sein Management gefragt ist. Alle repetitiven Arbeiten sollen künftig Automaten oder Roboter übernehmen – und da gibt es noch eine ganze Menge.

Bei Big-Data und deren Handling sind viele Landwirte skeptisch. Wie geht Lely damit um?
Die Daten stammen vom Landwirt und gehören grundsätzlich auch ihm. Über die Nutzung dieser Daten machen wir mit den Landwirten Verträge. Unser Ziel ist es, mit diesen Daten bessere Produkte zu entwickeln, die letztlich auch dem Landwirt nützen.

Wie glauben Sie, wird ein Milchwirtschaftsbetrieb in Zukunft ausschauen?
Der Landwirt wird von den körperlich anstrengenden, repetitiven und einfachen Arbeiten befreit. Diese übernehmen künftig Maschinen, welche diese zum Wohle der Kuh regelmäßiger und vielleicht auch besser erledigen können. Ein menschlicher Eingriff bei einer Kuh wird nur noch dann erfolgen, wenn dies aus veterinärmedizinischen, besamungstechnischen oder ähnlichen Gründen angezeigt ist. Der Zukunftsbetrieb kann möglicherweise energieneutral wirtschaften und das Kreislaufdenken rückt noch mehr ins Zentrum.

Das Interview führte Dr. Roman Engeler. Er ist Chefredakteur und Verlagsleiter der Fachzeitschrift „Schweizer Landtechnik“.

Das ganze Interview mit Alexander van der Lely lesen Sie in der LANDWIRT Ausgabe 1/2018.
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